Harte Arbeit für die Koch Brüder beim Winter Motocross

Von Dieter Lichtblau

Für Tim und Tom Koch stand als Vorbereitungsrennen das schon traditionelle Winter Motocross in Heilbronn-Frankenbach im Kalender. Heftige Regenfälle Wochen zuvor hatten die komplette Rennstrecke unter Wasser gesetzt. Eine mögliche Absage der Veranstaltung drohte. Doch der MCC Frankenbach konnte Entwarnung geben. Das Wetter besserte sich am Samstag und mit schweren Baugeräten und Pumpen wurden Schlamm und Wasser so gut wie möglich entfernt. Das Ziel der Kochbrüder war auf alle Fälle die Teilnahme am Superfinale. Dazu mussten sie zuerst ein Zeittraining und ein Qualifikationsrennen im international besetzten Starterfeld überstehen. Beide lösten diese Aufgabe und Tim Koch kam im Superfinale auf einen gutenachten Platz, während Tom Koch noch seine Form finden muss und Elfter wurde.

Im Zeittraining am Vormittag fuhr Tom Koch seine Sarholz KTM auf den hervorragenden vierten Platz. Tim Koch fand noch nicht die richtige Spur und reihte sich bei dicht beieinander liegenden Zeiten als Elfter ein. Die Teilnahme für das Qualifikationsrennen war also sicher. Tim Koch erwischte einen super Start. Doch die Freude währte nur bis zur ersten Kurve. Dort rutschte er in einer Spurrille weg und musste vom Ende des Feldes die Verfolgung aufnehmen. Mit hohem Einsatz und ohne weitere Fehler schaffte er es, sich nach fünfundzwanzig Minuten Rennzeit noch bis auf Platz 12 zu fahren und die Teilnahme am Superfinale zu buchen. Tom Koch legte auch einen guten Start hin und fuhr die ersten Runden unter den Top Ten. Doch dann bekam er verkrampfte Arme und fiel kurzzeitig auf Platz 13 zurück, konnte aber das Rennen knapp vor seinem Bruder als Elfter beenden.

Für das Superfinale waren die jeweils 18 besten Fahrer aus den Klassen MX2 und MX1 qualifiziert. Wegen der schmalen Startlinie in Frankenbach mussten die beiden Wormstedter vom KTM Sarholz Racing Team in der zweiten Reihe Aufstellung nehmen. Das hat den Nachteil, dass man mit einer Schlammpackung garniert ist, bevor man die erste Kurve erreicht hat. Tom Koch kam trotz der ungünstigen Startposition gut aus dem Gatter und hatte eine schaffte Ausgangsposition für eine gute Platzierung. Zur Rennmitte kamen Vorder- und Hinterrad in unterschiedliche Spuren, was direkt vor einer Auffahrt einen Ausflug in den Schlamm zur Folge hatte. Bis das Motorrad wieder fahrbereit war verging einige Zeit. Durch einen weiteren Fahrfehler musste er sich überrunden lassen und kam als Zwölfter ins Ziel. So richtig zufrieden war er mit dem Wochenende nicht: „ Es war mein erstes Rennen nach meiner Rückenverletzung. Vom Speed her hätte ein Platz auf dem Podium drin sein müssen. Das überholen war sehr schwer, weil es nur eine gute Spur gab. Als ich im Superfinale zu Boden ging und das Motorrad aus dem Schlamm aufheben musste, hatte ich gefühlte 300 Kilo zu stemmen. Der Elfte Platz war dann schon eine Enttäuschung, denn der Speed war da, den konnte ich aber nicht durchgängig umsetzen. Aber ich muss nach vorne schauen. Denn am kommenden Wochenende steht für mich das erste Weltmeisterschaftsrennen in England auf dem Kalender. Nach ein bisschen Pause fahren wir schon am Mittwoch los. Meine Großeltern begleiten mich wieder.“
Tim Koch wählte beim Start eine andere Taktik, indem er nicht sofort los fuhr und ihm dadurch die Brille nicht zugekleistert wurde. Als Letzter nahm er das Rennen auf und verbesserte sich Runde um Runde, obwohl das überholen auf der ohnehin schmalen Strecke nicht einfach war. Wenn man von der Idealspur abkam, konnte man sehr schnell im tiefen Schlamm stecken bleiben. Der achte Platz war zwar nicht das Ergebnis, dass sich Tim erhofft hatte, war aber unter den vorherrschenden Bedingungen in Ordnung. „Als wir am Samstag angekommen sind, zeigte sich die Strecke bei der ersten Betrachtung recht gut. Aber die vor dem Winter aufgefüllte Erde hatte sich noch nicht richtig gesetzt. Es gab nur eine gute Fahrspur. Wenn man die verpasste oder überholen wollte, war ein Abflug in den Schlamm vorprogrammiert. Ich hatte mir einen Platz unter den Top Five ausgerechnet. Mit dem achten Platz kann ich aber gut leben. Es war eine gute Vorbereitung für das erste Rennen zur Deutschen Meisterschaft am kommenden Sonntag“, bilanziert er seinen Renntag.
Am Wochenende steht für Tim Koch das erste Rennen zur DM Open in Schnaitheim bei Heidenheim auf dem Programm, wo er seinen dritten Platz in der Meisterschaft wiederholen oder verbessern möchte.