Tom Koch wird Zweiter im ADAC SX Cup

Sturzpech für den Wormstedter in Dortmund

Von Dieter Lichtblau

Das hatte sich Tabellenführer Tom Koch (KTM Sarholz Racing Team) anders vorgestellt. Mit einem satten Vorsprung von 25 Punkten auf Julien Lebeau (Frankreich) reiste er in die Dortmunder Westfalenhalle. Nach den gezeigten Leistungen in Stuttgart und in Chemnitz war der Titel im Bereich des Möglichen. Doch an keinem der drei Veranstaltungstage war das Glück auf der Seite des Wormstedters. Ein bisschen übermotiviert fand er nicht in den Wettkampf und zog sich bereits am Freitag beim Qualifikationsrennen eine Verletzung zu, die ihn das ganze Wochenende einbremste.

Im Qualifikationstraining am Freitag sah es mit einer Rundenzeit unter 28 Sekunden noch vielversprechend für den Fahrer vom KTM Sarholz Racing aus. Ein guter Platz in der Startaufstellung für das Qualifikationsrennen war sicher. Nach einem schlechten Start war Koch bemüht, unter die ersten fünf zu fahren, um direkt am Finale teilnehmen zu können. Am Ende der Waschbrettpassage machte er in der siebten Runde einen Fahrfehler und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Mit Prellungen an Schulter und Rücken und Atemnot fuhr er das Rennen mit drei Runden Rückstand zu Ende. Dermaßen angeschlagen musste er nun über das Last Chance Rennen versuchen, sich noch für das Finale zu qualifizieren. Nach einem guten Start ging er an fast der gleichen Stelle bereits in der dritten Runde zu Boden und verpasste dadurch die Finalteilnahme. Den Finalsieg holt sich Lebeau, der nun punktgleich mit Koch war.

Gehandicapt nahm der Wormstedter am Samstag die Qualifikation in Angriff. Trotzdem wurde er Fünftschnellster in der 30-köpfigen Startergruppe. Beim Qualifikationsrennen am Abend ließ er seine Klasse aufblitzen, indem er in der ersten Runde die Führung übernahm und mit einem ungefährdeten Laufsieg die Teilnahme am Finale buchte. Im Finale traf er auf seinen direkten Konkurrenten Lebeau, mit der er nun punktgleich die Cup Wertung anführte. Der Sarholz KTM Fahrer erwischte einen guten Start und lag als Zweiter vor Lebeau im Feld. Doch schon in der dritten Kurve kam es zwischen den Beiden zu einer für Koch folgenschweren Kollision, bei der er zu Boden musste und dadurch erst als Neunter ins Ziel kam. Lebeau, der Zweiter wurde, gewann den SX Cup mit zehn Punkten Vorsprung. Tom Koch kam auf den undankbaren zweiten Platz. Am Sonntag standen noch die Rennen für den „Prinz von Dortmund“ auf dem Programm. Bei Koch machten sich nun die vergangenen Tage bemerkbar. Mit Schmerzmitteln und Adrenalin schaffte er die Qualifikation in der Spitzengruppe. Im Qualifikationsrennen kam er nach einem schlechten Start nicht in Schwung und musste als Sechster in das Last Chance Rennen. Hier lief es dann wieder besser. In der ersten Runde übernahm er die Führung und buchte mit dem sicheren Laufsieg die Finalteilnahme. Im Finale kam Tom Koch von Anfang an nicht in seinen Rhythmus und brauchte zu lange um sich noch den fünften Platz zu erkämpfen. Platz zwei in der SX Cup Wertung und neunter in der Dortmunder Prinzenwertung ist nicht das Ergebnis, das er sich vorgestellt und geplant hatte. Da ist es ein schwacher Trost, dass er als „Fahrer der Herzen“ von den Zuschauern mit Jubel und Beifall unterstützt wurde. Tom Koch fasste sein Wochenende in Dortmund so zusammen: „ Ich hatte mich nicht unter Druck gesetzt. Eher ging ich übermotiviert in das Rennen. Der entscheidende Sturz, bei dem ich mir Prellungen zuzog resultierte aus einem Fahrfehler. Im Finale am Samstag war ich im direkten Zweikampf mit Lebeau. Dabei haben wir uns berührt und ich kam ins straucheln. Ich muss das Wochenende abhaken und mich noch vorne orientieren. Nächste Woche geht es mit dem Training für die Outdoor Saison los. Mitte März werde ein bis zwei Vorbereitungsrennen fahren und Ende März startet schon die Weltmeisterschaft. Dort fahre ich in der Klasse MXGP, also mit der 450 ccm KTM, nachdem ich im vergangenen Jahr in der kleinen Klasse gestartet bin.“

Bilder: Stefan Lichtblau