Tom Koch überzeugt mit starker Leistung beim Cross der Nationen

Wormstedter wird mit der Mannschaft Siebter in Holland
War Tom Koch zunächst als Reservefahrer für die deutsche Mannschaft beim Moto Cross der Nationen in dem niederländischen Assen im Gespräch, so wurde er nach der Absage von Ken Roczen und dem verletzungsbedingten Ausfall von Max Nagl und Henry Jacobi in die Mannschaft nominiert und ging in der Klasse MXGP an den Start. Allen Unkenrufen zum Trotz schaffte das junge Team den Einzug in das A-Finale und belegte nach drei Rennen den ausgezeichneten siebten Platz in der Nationenwertung.Auf der renommierten Straßen-Rennstrecke in Assen, NL, wurde aus sehr viel Erde und noch mehr Sand ein künstlicher Moto Cross Kurs modelliert, der für alle Akteure eine hohe Hürde darstellte. Erwartungsgemäß hatten die Fahrer der „Sandnationen“, wie Holland und Belgien Vorteile. Auch vor Assen machte das Herbstwetter nicht Halt und bescherte der MX Gemeinde Temperaturen um 15 Grad und Regenschauern am Samstag. Beim ersten freien Training am Samstag kam Koch mit dem nassen Sand gut zurecht und fuhr unter den vierunddreißig gestarteten Fahrern die neuntbeste Rundenzeit. Beim Qualifikationsrennen am Samstag klappte der Start nicht wie gewünscht und der Fahrer vom KTM Sarholz Racing Team kam auf der schon stark ausgefahrenen Strecke mit der Fahrwerkseinstellung nicht zurecht. Zur Rennmitte fand er dann die richtigen Spuren und beendete das Rennen als Sechzehnter. Damit schaffte er, zusammen mit seinen Teamkollegen, Dennis Ullrich, MX Open und Simon Längenfelder MX2, den Einzug in das A-Finale am Sonntag.
Land unter
In der Nacht zum Sonntag setzte heftiger Regen ein, der die Strecke komplett überflutete. Auf dem Betonuntergrund lief kein Wasser ab, so waren die Streckenbauer damit beschäftigt, die Seen abzupumpen und mit Radladern Wasser aus der Fahrspur zu schieben. Der Regen war auch noch aktiv, als Tom Koch zusammen mit Simon Längenfelder sein erstes Rennen fahren musste. Der Wormstedter hatte einen super Start erwischt und pflügte auf dem sechsten Platz über die aufgeweichte Strecke. In der dritten Runde wurde er durch ein hartes Überholmanöver eines Konkurrenten vom Motorrad geholt. Dadurch verlor er zwanzig Plätze und musste sein Motorrad aus dem Matsch fischen. Schnell fand er wieder seinen Rhythmus, machte Runde um Runde Plätze gut und schaffte es bis zur Zieldurchfahrt auf den elften Platz.
Chance genutzt
Das Wetter hatte sich nicht wesentlich gebessert, aIs es für Tom Koch in seinem zweiten Rennen, zusammen mit Dennis Ullrich an den Start ging. Zu diesem Zeitpunkt lag die deutsche Mannschaft auf dem zwölften Platz und hatte noch die Chance sich in die Top Ten zu fahren. Koch hatte einen guten Start, bis er in der ersten Kurve komplett mit Sandmatsch überzogen und die Brille zugekleistert wurde. Er musste anhalten und die Brille richten. Erst auf Rang zweiundzwanzig kam er aus der erstenRunde zurück. Bei immer schwierigeren Streckenverhältnissen kämpfte sich der junge Wormstedter wieder heran und holte sich noch den fünfzehnten Platz. Da Ullrich nach ebenfalls schlechtem Start noch bis auf Rang achtzehn fuhr, gab das in der Addition aller drei Rennen dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung 72 Punkte und damit den siebten Platz, knapp hinter den USA. Sieger wurden wie erwartet die Niederlande vor Belgien. Auch in der Einzelwertung wurde Tom Koch in der am stärksten besetzten MXGP Klasse hervorragender Siebter. Er fasst sein ereignisreiches Wochenende so zusammen: „ Es war ein schönes Erlebnis hier im Team dabei gewesen zu sein. Unser Hauptziel, in das A-Finale unter den 34 Nationen zu kommen, haben wir am Samstag erreicht. Mit dem siebten Platz konnten wir allen Kritikern und Schwarzsehern das Gegenteil beweisen. Bei den Platzierungen war es sehr eng. Vom fünften Platz trennten uns nur 4 Punkte. Wir haben uns als Team sehr gut verstanden und jeder hat sein Bestes gegeben“.
Text:Dieter Lichtblau
Bilder:Ralf Marzahn