Tom Koch kann nur in einem Rennen WM Punkte einfahren

Der erste Wertungslauf verläuft buchstäblich im Sand

Beim Grand Prix von Flandern war für Tom Koch das Glück nicht hold. Nach einem Ausfall im ersten Rennen erkämpfte er sich im zweiten Durchgang noch zwei WM Punkte.Auf der Tiefsandstecke im belgischen Lommel, die durch immer wieder einsetzenden Regen noch anspruchsvoller wurde, wollte Tom Koch an seine guten Ergebnisse vom letzten Sonntag anknüpfen. In der Qualifikation fehlte die notwendige Lockerheit, darum lief es nicht so wie geplant. Als er dann auf seiner schnellen, der Letzten, Runde war, musste er durch geschwenkte gelbe Flaggen das Tempo reduzieren. Das hat am Ende so fünf bis sieben Positionen weiter vorne gekostet. Durch den fast schon obligatorischen Platz sechsundzwanzig bekam er einen ungünstigen Platz, weit außen, in der Startaufstellung. Wenn man als Gegner nur die Uhr hat, ist es oft nicht einfach eine perfekte, schnelle Runde zu fahren. Oder denkt Koch zu sehr an die 26 inseiner Startnummer? Da bereits am Samstag sechs Rennen über die Strecke gingen und nur wenig präpariert wurde, bestand der Kurs fast nur aus Löchern. Beim ersten Start mussten ein paar Racer zu Boden und Koch lag mitten drin. Schnell hatte der Fahrer vom Kosak KTM Racing Team das Rennen wieder aufgenommen ein paar Plätze gut gemacht. Dann war nasser Sand in die Brille gekommen. Aber der geplante Brillenwechsel war nicht mehr notwendig, denn ab der vierten Runde stellten sich technische Probleme ein. Der Motor verlor an Leistung und die Plätze gingen wieder verloren. In der siebten Runde musste er seine Maschine abstellen und hoffen, dass alles bis zum zweiten Rennen wieder gerichtet werden konnte. Wie sich dann herausstellte, hatte der nasse Sand der Technik arg zugesetzt und den Ausfall verursacht.Nach einer zweistündigen Regenerationspause für Mensch und Maschine, ging es in den zweiten Lauf. Hier wollte Koch unbedingt in die Punkteränge fahren. Der Start war wieder eher suboptimal.Der Wormstedter versuchte in den ersten Runden Plätze gut zu machen. Lange hing er hinter einem Fahrer fest und verlor etwas seinen Rhythmus. In der fünften Runde hatte sich der Wormstedter den achtzehnten Patz erobert und schickte sich an, mindestens diesen bis ins Ziel zu bringen. Der Plan verlief im Sande und am Ende waren der neunzehnte Rang und zwei Punkte der Lohn. Tom Koch fasst seinen Auftritt in Belgien zusammen: „Fahrerisch bin ich nicht so zufrieden, denn ich weiß dass ich mehr kann und habe es auch schon gezeigt. Aber bei diesem starken Fahrerfeld und den Streckenbedingungen muss einfach alles passen. Kopf, Körper und Technik. Mit fehlt bei der WM die Lockerheit im Zeittraining. Daran muss ich noch arbeiten, was ich diese Woche, bis zur Reise nach Lettland auch noch tun werde. Mit besseren Rundenzeiten habe ich einen besseren Platz in der Startaufstellung und kann dann das Rennen aus dem Mittelfeld gestalten und dort das Tempo mitgehen. Die zwei Punkte stimmen dann doch noch versöhnlich. Denn mein Ziel ist es ja, bei jedem WM Rennen zu punkten.“Am kommenden Wochenende startet Tom Koch wieder beim MXGP in Kegums, Lettland, wo auch Tim Koch wieder bei der EM Open auf Punktejagd gehen will.

Text: Dieter Lichtblau

Foto: Ralph Marzahn