Tom Koch erkämpft sich in Italien einen WM Punkt

Wieder englische Woche für den Wormstedter
Durch eine kurzfristig vorgenommene Änderung im Rennkalender der Moto Cross Weltmeisterschaft, wurde die Veranstaltung in der Türkei ersatzlos gestrichen. Dafür kam wieder eine Triple Veranstaltung in Faenza/I auf den Plan. Daher hatte Tom Koch nach seinem Auftritt in Lettland die Chance erneut auf die Jagd nach WM Punkte zu gehen.Das schon bewährte Team mit Oma und Opa machte sich bereits am Donnerstag auf dieReise in das gut über 1000 KM entfernte Faenza, südlich von Bologna. Erstmals war auch der persönliche Mechaniker mit dabei. Der „GP of Italy“ wurde am ersten Sonntag bei hochsommerlichen Temperaturen ausgetragen. Schon beim Training am Vormittag konnte sich Tom Koch noch nicht mit der Strecke anfreunden. Mit dem 28. Platz war das Ergebnis auch dementsprechend. Dagegen klappte der Start zum ersten Rennen gut. Der KTM Fahrer wurde als Zwölfter notiert und hielt sich lange Zeit in den Punkterängen auf. Doch gegen Rennende kam der Einbruch, sodass nach 35 Minuten nur noch der Platz fünfundzwanzig heraus kam. „ Ich habe mich von Anfang an nicht so richtig gut gefühlt. Der Start war diesmal recht gut, aber durch die ganze Anspannung mache ich mir zu viele Gedanken. Nach 15 Minuten macht der Kopf zu, ich fühle mich schlapp und kann mein Tempo nicht halten“; berichtet Tom Koch nach den Rennen. In der zweistündigen Pause bis zum nächsten Rennen hatte der Wormstedter mit Magenkrämpfen zu tun, die eine Regeneration zunichte machten. So war auch der Start mit Rang siebenundzwanzig keine gute Basis für ein erfolgreiches Rennen. Zwischendurch fiel er bis auf Platz 31 zurück, konnte aber wieder bis auf die 24. Positionvorfahren. „ Durch die Probleme in der Pause habe ich mich schlecht gefühlt. Ich konnte keine Attacken machen und bin eher mitgefahren. Das ist nicht das was ich kann. Aber ich bin hier um zu lernen. Ich hoffe dass ich mich bis Mittwoch etwas erholen kann“, so beschrieb Tom Koch seinen Auftritt im zweiten Rennen.Vor dem „ Grand Prix der Stadt Faenza“ am Mittwoch, konnte sich das Team Koch mit einem kleinen Stadtbummel ein wenig entspannen und am Dienstag die veränderten Streckenverhältnisse bei den Rennen zur Europameisterschaft studieren. Im Zeittraining hatte sich Tom Koch mit einem besseren Gefühl, auf der seit Sonntag nun noch mehr ausgefahrenen Strecke zurecht gefunden. Die Rundenzeiten der Fahrer lagen sehr dicht beieinander. So konnte er sich berechtigte Hoffnungen machen, damit in die Nähe der Punkteränge zu fahren. Doch wieder einmal war es der Start, der alle Vorsätze ausbremste. Im ersten Rennen blieb der KTM Fahrer gleich an einem gestürzten Fahrer hängen und war Letzter. Mit viel Energie kam er noch bis auf Platz sechsundzwanzig. Auch im zweiten Lauf war es nicht viel einfacher, sodass es am Ende zu Platz vierundzwanzig reichte. Im Anschluss analysierte Tom Koch seinen Renntag so: „ Im Training erwischte ich keine perfekte Runden. Es muss eben einfach alles passen. In den Rennen war ich immer in Schlagdistanz, bin dann nicht locker genug gefahren und habe so den Anschluss verloren. Ich muss auf solchen anspruchsvollen WM Strecken einfach noch mehr Routine bekommen, um etwas druckvoller aber auch sicherer zu fahren. Nun versuche ich mich ein bisschen zu entspannen und bereite mich auf den Sonntag vor.“

Mussten die vorherigen Veranstaltungen noch ohne Zuschauer auskommen, so waren am Sonntag für die „GP of Emilia Romagna“ 1000 Fans zugelassen. Das freie Training nutzte Tom Koch um sich mit den Streckenbedingungen anzufreunden. Das sich anschließende Zeittraining lief ordentlich. Am Ende kam Tom Koch zwar auf Platz vierundzwanzig. Doch waren die Rundenzeiten so, dass es zu den Plätzen in den Punkteränge keinen großen Abstand gab. Also war der Start entscheidend. Der gelang recht gut und Tom Koch hielt sich mit seiner KTM voller Selbstvertrauen an aussichtsreicher Position, konnte nach einem soliden Rennen seine Position behaupten und am Ende als zwanzigster noch einen WM einstreichen. Im zweiten Rennen hatte derWormstedter wieder mit den Tücken der Strecke, die sich durch die Rennen der anderenKlasse extrem verändert hatte, zu kämpfen. Schon der Start verlief nicht optimal. Während des Rennens werden in etwa 35 Minuten 17 Runden gefahren. Ohne den Schwung vom ersten Lauf mitnehmen zu können, reichte es am Ende zu Platz vierundzwanzig. „Im Training hatte ich ein gutes Gefühl“, erklärte Tom Koch nach Rennende und ergänzte “ Ich kam gut mit der Strecke zurecht und fuhr gleich zu Anfang eine gute Runde. Also war der Start wichtig. Im Rennen machte ich wenig Fehler und binnur sehr froh diesen Punkt geholt zu haben. Für mich ein Lichtblick. Im zweiten Lauf musste ich mich sehr auf das Motorrad konzentrieren um nicht zu stürzen. Dabei habe ich mein Selbstvertrauen verloren. Durch die veränderte Strecke hätten wir das Fahrwerkanders einstellen und an die Bedingungen anpassen müssen. Das haben wir einfach übersehen. Mit dem Wochenende bin ich nicht super zufrieden. Drei Rennen innerhalb eine Woche sind schon sehr anstrengend. Das sieht von außen alles viel einfacher aus. Aber ich bin froh einen Punkt geholt zu haben und ohne Verletzung durchgekommen zu sein. Nun geht es schnell nach Hause, da ich ja schon am kommenden Wochenende beiden ADAC MX Masters in Grevenbroich starten werde. Ich freue mich sehr endlich mal wieder in Deutschland fahren zu können.“Schnell nach Hause bedeutet für einen Privatfahrer: Nach dem Rennen kurz Luft holen, während die Begleiter, Oma und Opa und der Mechaniker, alles abbauen und verladen. Und dann steuert Tom Koch das Wohnmobil Richtung Heimat die ersten 500 Kilometer noch selber. Kurz vor Mitternacht gab es dann bei Kiefersfelden die erste Pause, bevor es dann weiter geht. Denn die Abfahrt nach Grevenbroich ist bereits am Freitag. Und bis dahin muss alles wieder funktionieren. Mensch und Technik. Es mag für den Betrachter einfach aussehen. Ein bisschen Training in der Woche und am Sonntag zwei mal 35 Minuten Rennen fahren. Da ist es wesentlich einfacher Fahrer in einem großen Team zu sein, in dem von der Organisation über Anreise, Technik und Verpflegung alles erledigt wird. Als reiner Privatfahrer muss sich Tom Koch um alles selber kümmern. Auch um diedreimaligen Corona Kontrollen an der Rennstrecke, die mit € 402,00 die Kasse zusätzlich belastet haben. Da ist er sehr froh dass er hier Unterstützung durch die Familie und einige wohlwollenden Sponsoren hat. Die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ist immer eine besondere Herausforderung, um sich mit den Besten der Welt zu messen. In der Klasse MXGP fahren mit Tom Koch und Henry Jacobi aus Bad Sulza nur zwei Deutsche Fahrer.
Text: Dieter Lichtblau
Foto: Ralph Marzahn