Erstes WM Rennen für Tom Koch nach der Corona Pause

Wormstedter hatte englische Woche in Lettland

Gut 1600 Kilometer musste Tom Koch und seine Familie mit Wohnmobil und Renntransporter in das lettische Kegums reisen, um bei dem ersten Weltmeisterschaftsrennen nach der Corona Pause zu starten. Trotz hohem Einsatz reichte es in dem mit vielen starken Werksfahrern besetzten Fahrerfeld noch nicht zu Punkten.

In Kegums, etwa 50 Kilometer südlich von Riga, hatten die Veranstalter eine aus dem Fußball bekannte englische Woche terminiert. Mit Rennen am Sonntag, am Mittwoch und wieder am Sonntag, sollen bis zum Saisonende noch möglichst viele Rennen ausgetragen werden, um einen würdigen Weltmeister zu küren. Unter strengen Coronaschutz-Maßnahmen in und um die Strecke wurden die Rennen auf den Sonntag zusammengefasst. Es war für jeden Renntag nur 2000 Zuschauer zugelassen. Die Fotografen mussten auch auf der Rennstrecke eine Schutzmaske tragen. Das Training und das Qualifikationsrennen vom Samstag entfielen. So gab es am Sonntag nur ein freies Training in dem die Strecke erkundet werden konnte und gleich im Anschluss war das Zeittraining bei dem die Plätze in der Startaufstellung ermittelt wurden. Bei Temperaturen um die 30 Grad tat sich der Wormstedter auf der sehr anspruchsvollen Strecke schwer und beschrieb es so: „Unter dem losen Sand sind sehr harte Kanten herausgefahren, die man nicht so leicht sieht. Da ist höchste Konzentration gefordert.“ Im freien Training wie auch im Zeittraining reichte es für Koch, der nie so richtig in Fahrt kam, für Zeiten im hinteren Drittel. Im ersten Rennen ging der Start gründlich daneben und am Ende war es Platz neunundzwanzig.
Im zweiten Durchgang lief es für ihn nicht viel besser. Am Ende reichte es zu Rang sechsundzwanzig. „Nach der langen Rennpause komme ich nicht in einen guten Flow und die Konzentration fehlt. Dadurch verkrampfe ich mich in den Unterarmen und muss das Tempo zurück nehmen um nicht zu stürzen“, erklärt der KTM Fahrer.

Der Ruhetag am Montag wurde zu einem Familienausflug nach Riga genutzt. Am Dienstag stand ein leichtes Training auf dem Plan und dann das aufmerksame beobachten der Rennen zur Europameisterschaft, die wieder einen Tag vor den WM Rennen ausgefahren wurden. Beim Grand Prix of Riga am Mittwoch sah es im freien Training für Koch mit Platz 16 besser aus. Im Zeittraining erreichte er diese Zeiten nicht mehr, verbesserte sich aber in den Rennen mit den Plätzen vierundzwanzig bzw. sechsundzwanzig im Gegensatz zum Sonntag. Dazu berichtet Tom Koch nach den Rennen: „In beiden Läufen lief es schon besser und ich konnte den Speed in den Punkterängen einige Runden mitgehen, bis ich ein paar Fehler einbaute. Auf der Strecke hatte ich einen besseren Rhythmus gefunden. Ich freue mich nun schon auf Sonntag um nochmal mein Bestes zu geben Die Strecke hat es echt in sich, aber da muss ja jeder durch. Ich bin bereit um mich noch ein Stück nach vorn zu kämpfen“.

Der Grand Prix vom Kegums begann für Tom Koch ähnlich wie schon die Tage zuvor. Platz siebzehn im freien Training und Rang sechsundzwanzig im Zeittraining. Bei sommerlichen Temperaturen kam der Wormstedter gut in das Rennen, konnte sein Tempo steigern und Plätze gut machen. Nach der Hälfte der Renndistanz hatte er sich auf Platz siebzehn nach vorne gekämpft. Durch einen leichten Einbruch, der dem schnellen Tempo zu Anfang geschuldet war, kam er aus dem Konzept und erreichte am Ende als letzter nicht überrundeter Fahrer den punktelosen Platz einundzwanzig. Der zweite Durchgang startete analog zum ersten.
Der Start war ordentlich und es ging nicht so recht vorwärts: „ Ich hatte nicht die Kraft um mich weiter zu steigern, daher war ich froh keine Plätze zu verlieren“ erklärte Koch nach dem Rennen“. Nach fünfunddreißig Minuten Rennzeit sprang Rang zweiundzwanzig heraus.

Direkt nach den Rennen, noch auf der Heimfahrt, fasste Tom Koch seine englische Woche in Lettland so zusammen: „Kegums war auf jeden Fall kein Zuckerschlecken. Wegen der Sommerhitze und der sehr anspruchsvollen Strecke fiel es mir dort sehr schwer. Wir waren ja als reiner Familienbetrieb unterwegs, mein Vater und Oma und Opa: Mitten unter den Werksteams müssen uns um alles selber kümmern. Ich konnte zwar meine Leistung während der drei Renntage immer etwas steigern. Aber die Rundenzeiten liegen sehr dicht beieinander. Da kann der kleinste Fehler schnell ein paar Plätze kosten. Am Ende hat es leider nicht zu Punkten gereicht. Aber ich blicke positiv vorwärts und weiß wo ich mich verbessern muss“.

Das nächste Rennen in der Türkei lässt Tom Koch aus Kostengründen aus. Ab Mitte September stehen drei Rennen hintereinander in Italien auf dem Kalender. Da es bei einem Termin eine Überschneidung mit einem ADAC MX Masters Rennen in Grevenbroich (NRW) gibt, hat sich Koch für das Rennen in Grevenbroich entschieden und begründet das so: „Ich fahre in Deutschland um mich hier vor meinen Sponsoren zu präsentieren und mich damit bei Ihnen für ihre Unterstützung zu bedanken. Leider findet das Rennen ohne Zuschauer statt, was schade für meine Fans ist“.

 

Text: Dieter Lichtblau

Bilder: Ralph Marzahn