Die Planungen verliefen sich im Sand.

Noch keine Top Ergebnisse in Dreetz

Auch wenn der Auftakt der ADAC MX Masters für Tim und Tom Koch auf der anspruchsvollen Sandstrecke in Dreetz, die sich sehr gut zum Spargelanbau eignet, nicht wie geplant verlief, kamen die Motocross Fahrer in allen drei Rennen zu wichtigen Punkten und in der Tageswertung auf die Plätze sechs und elf.

Auf der wohl schwierigsten Strecke im ganzen deutschen Rennkalender ging es im ostbrandenburgischen Dreetz am Wochenende erstmals um Punkte für die ADAC MX Masters Meisterschaft. Die Ziele für die Koch Jungs waren klar definiert. Tom Koch, der im vergangenen Jahr Vizemeister wurde, will sich in diesem Jahr noch verbessern und Tim möchte nach dem neunten Rang im Vorjahr in Richtung Top Five vorfahren.

Tom Koch, Kosak Racing Team, der nach einer Verletzung und notwendigen Operation am Fuß sechs Wochen nicht auf dem Motorrad trainieren konnte, ging das Vorhaben ohne große Erwartungen. In der Qualifikation schaffte er die drittbeste Rundenzeit in seiner Gruppe, was Hoffnungen auf mehr machte. Im ersten Rennen am Samstag-nachmittag pflügte er nach einem guten Start an vierter Stelle liegend durch den nassen Sand. Die sonst von ihm gewohnten Attacken blieben aber aus, sodass er sich am Ende mit Rang sieben zufrieden geben musste. „Mir fehlt einfach das Training mit dem Motorrad. Ich hatte vor diesem Rennen kein gutes Gefühl. Schon nach wenigen Runden bekam ich harte Arme, musste zurückschalten und konnte den Lenker fast nicht mehr halten. Bei jedem Sprung habe ich überlegt ob ich den mache und dabei das Motorrad verliere. Daher bin ich mit dem sechsten Platz zufrieden“, erklärte Tom Koch gleich nach dem Rennen. Auch Tim Koch, AB Racing by Zweirad Schmitz, hatte einen guten Start, musste aber schon in der zweiten Kurve einem Pulk von gestürzten Fahrern ausweichen und fiel bis fast an das Ende des Feldes weit zurück. Mit guten Rundenzeiten schaffte er schnell den Anschluss an das Feld. Durch zwei Stürze, wovon einer nach einem Sprung etwas heftiger war, wurde er als Sechzehnter abgewunken. Er fasst das Rennen zusammen: „Das war so nicht geplant. Aber manchmal muss man bei einer Aufholjagd über die Grenze gehen. Da kann auf dieser Strecke schon mal ein Fahrfehler passieren“.

Am Sonntag herrschte bei bewölktem Himmel und Temperaturen an die 20° ideales Rennwetter. Bei Tom ging der Start in das zweite Rennen komplett daneben. Aus dem hinteren Drittel musste er sich nach vorne kämpfen. Dabei ließ er aber seinen Kampgeist und das Durchsetzungsvermögen vermissen. Der neunte Rang war noch ein gutes Ergebnis, aber für ihn nicht zufriedenstellend: „Für den Sonntag war ich locker und hatte ein gutes Gefühl. Ich bin zwar gut gefahren, aber zu verhalten und vorsichtig in die Zweikämpfe gegangen und habe versucht in Rechtskurven meinen Fuß nicht einzusetzen. Durch einen Fahrfehler bin ich dann noch hingefallen. Mehr als dieser Platz war nicht drin, obwohl das meine beste Fahrt an diesem Wochenende war.“ Tim hatte es mit dem schlechten Start seinem Bruder gleich getan. Vom Mittelfeld kommend konnte er sich nach dreißig Minuten Rennzeit noch die Punkte für den zwölften Platz sichern.

Im dritten Rennen vermasselte Tim Koch erneut seinen Start. Und wieder musste er aus dem hinteren Teil des Feldes nach vorne fahren. Der neunte Platz war dafür ein gutes Ergebnis. Er zog für das Wochenende seine Bilanz: „Es war vom Fahren her noch nicht so gut, nachdem ich nach den schlechten Starts immer nach vorne fahren musste. Ich muss einfach noch lockerer werden. Die Strecke war sehr anspruchsvoll und schwierig zu fahren. Es gab keine Stellen wo man sich ein bisschen ausruhen konnte. Über die ganze Renndistanz war volle Konzentration gefragt. Der elfte Platz in der Tageswertung war nicht geplantes Ziel, ist aber so ok. Am kommenden Sonntag starte ich bei der DM Open in Lugau (Sachen) und hoffe auf ein besseres Ergebnis.“ Bei Tom Koch war dafür der Start etwas besser. Aber es fehlte einfach sein bekannter Vorwärtsdrang in den ersten Runden. Daher war mehr als der siebte Platz nicht drin. „In diesem Rennen bin ich von Anfang an gefahren wie „Flasche leer“. Es ging einfach nichts vorwärts. Hier merkte man den Trainingsrückstand deutlich. Ich habe zwar Sport gemacht, aber das Fahrtraining fehlt. Daher habe ich mit entschlossen am kommenden Wochenende nicht zur WM nach Spanien zu fahren und vermutlich erst die Woche darauf in Frankreich“, teilte er mit.

Text: Dieter Lichtblau

Fotos: Steve Bauerschmidt